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Medline und medizinische Datenbanken


By Niederstadt - Posted on 19 September 2009

Für wissenschaftliche Arbeiten (also z.B. die bei Medizinern immer noch allgemein übliche Doktorarbeit) ist eine Beschränkung auf die reine Internetrecherche mittels Google allerdings (noch - Google arbeitet daran) nicht empfehlenswert - von Effektivität (also das zu finden, was man sucht) und Effizienz (also das Gesuchte in möglichst kurzer Zeit mit möglichst geringem Aufwand zu finden) ist hierbei keine Spur.
 
Für wissenschaftliche Arbeiten führt kein Weg an der Recherche in wissenschaftlichen Datenbanken und Bibliothekskatalogen vorbei.
In der Medizin gibt es einige Datenbanken, die sehr häufig oder fast immer die "richtige Anlaufstelle" zur Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen sind.
 
DIE Datenbank, um die kein Arzt heutzutage herum kommt, ist die Medline, öffentlich zugänglich über das Internet in der Pubmed-Datenbank.
Insbesondere für wissenschaftliche Fragestellungen ist die Medline eine unersetzliche Fundgrube an Fachartikeln.
Bis 1966 war der Zugang zu Medline ein eher teures "Vergnügen", da für die Benutzung Gebühren erhoben wurden und kommerzielle Anbieter sich dies zunutze machten, indem sie Medline-Editionen auf CD-ROM oder in gebundener Form als Index Medicus für erkleckliche Summen vertrieben.
 
1996 unterzeichnete dann der damalige US-Präsident Bill Clinton das amerikanische Informationsfreiheitsgesetz The Freedom of Information Act ("FOIA"), 5 U.S.C. 552, das es zum verbrieften Recht eines jeden amerikanischen Steuerzahlers machte, alle im Besitz der Bundesbehörden befindlichen (und mit Steuergeldern erstellten) Dokumente einsehen zu können. Zudem wurden durch dieses Gesetz die amerikanischen Bundesbehörden und alle zu diesen zählenden Institutionen verpflichtet, den Bürgern in Form so genannter "Reference Guides" Anleitungen zur Verfügung zu stellen, wie sie am Besten an die Informationen gelangen können.
 
Die National Library of Medicine als steuerfinanziertes Institut einer Bundesbehörde (nämlich der National Institutes of Health - NIH) wurde dadurch veranlasst, seit 1996 Ihre Datenbanken - und damit auch die Medline - und sonstigen Dokumente allen Bürgern der Vereinigten Staaten zugänglich zu machen.
 
Auch aus Gründen der Kostenreduzierung wählte man für viele Dokumente den Weg des "Electronic Reading Room". Im Falle der Medline gab es bereits damals - wenn auch längst nicht so vielfältig und benutzerfreundlich wie heute - die Möglichkeit, die Datenbanken über das Internet abzufragen.
Um den Bürgern den Zugang zu erleichtern, wird seit dem "Freedom of Information Act" ständig an der Verbesserung der Bürgerservices der Medline gearbeitet - und alle Bürger der Welt, auch diejenigen, die keine Steuern an den amerikanischen Bundesstaat zahlen, profitieren davon.
Durch den freien Zugang zu den Datenbeständen der Medline wurde eine Entwicklung vieler verschiedener Suchoberflächen (Information Retrieval Systems) für die Medline-Datenbank angeregt.
 
Heute kann der Nutzer wählen, welchen Medline-Zugang für ihn bei der jeweiligen Suche und unter Gesichtspunkten der Netzlast etc. für ihn am günstigsten ist.
Ich selbst verwende durchaus verschiedene Medline-Suchzugänge - je nach der Frage, die ich habe, je nach dem Thema - und je nachdem, wo ich bin, denn innerhalb des Campus einer Hochschule sollte man immer die von der Bibliothek angebotenen Recherche-Möglichkeiten nutzen, da dann unter Umständen ein direkter Zugang zu dem Volltext des Artikels möglich ist.
 
Auf dem Server der Abteilung für Medizininformatik der Universität Freiburg finden Sie eine Liste einer ganzen Reihe verschiedener Medline-Zugänge.
Drei spezielle Medline-Suchmaschinen verwende ich persönlich am häufigsten und empfehle sie Ihnen für Ihre Recherchen; diese werden im folgenden vorgestellt.

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